Geschichte von Haus und Besitzern
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1303 werden als Gefolgsleute des Klosters von Mariaburghausen die Gebrüder Wemhaus und Guno v. Wunfurth genannt. 1330 wird Dietrich v. Fuchs in Wonfurt bezeugt, der die Linie der Fuchs von Wonfurt begründete. Diese errichteten dann in Wonfurt eine Kapelle. Allen, die am Bau der Kapelle mitwirkten, erteilte Papst Urban V 1363 einen Ablaß von 40 Tagen. 1397 nimmt Cuntz Fuchs v. Wonfurt an einer Fehde zwischen den Städten und dem Landesherrn, dem Fürstbischof von Würzburg, teil. 1400 werden die elf Städte in der Schlacht bei Bergtheim geschlagen. Der Ritter Fuchs wird wegen Landesverrat bzw. Hochverrat bestraft und muß eine Schadensersatzzahlung leisten.
1525 hat sich Georg Fuchs v. Wonfurt im Bauernkrieg vor dem in der Nähe lagernden Haßfurter Haufen in seinem eigenen Wald versteckt, wo er jedoch entdeckt wurde, als der Haßfurter Haufen von der Zerstörung der Burg Zabelstein zurückkehrten.

Er wurde in seinem eigenen Gefängnis gefangen gesetzt. So entging Schloß Wonfurt der Zerstörung im Bauernkrieg.
1580 starb Wilhelm Karl Fuchs v. Wonfurt, der einzige Sohn des letzten Fuchs in Wonfurt. Sein Relief in Form eines Kindes im Totenhemdchen ist auf dem Wonfurter Friedhof noch wohl erhalten zu sehen. Das Epitaph des letzten Fuchs, Georg Siegmund, gestorben 1593, ist kunsthistorisch als besonders wertvoll eingestuft worden. Das Lehen fiel wieder zurück an den Landesherren, den Fürstbischof von Würzburg.

1650 kam Wonfurt als dem Kaiser direkt unterstelltes Reichsritterschaftslehen unter die Herrschaft der Freiherren von der Beeck, die aus Holland stammten. Der erste Besitzer war Philipp, der als hoher Offizier mit Fortüne eine wichtige Rolle im Heer von Wallenstein gespielt hat. Wallenstein weihte ihn persönlich in seine Pläne des Separatfriedens ein, die er jedoch strikt ablehnte. Bald daraufhin wurde Wallenstein ermordet.

Sein Sohn Philipp, Herr zu Wunfurte, fiel als Obrist bei der Schlacht von St. Gotthard gegen die Türken. Sein jüngerer Bruder, Melchior Leopold, nunmehr Herr zu Wunfurt, hat als Oberst entscheidend zur erfolgreichen Verteidigung von Wien während der zweiten Türkenbela-gerung beigetragen. Wenige Jahre später befreite er Ofen (Budapest nach 145 jähriger Türkenherrschaft). Danach wird er Kommandant der strategisch besonders wichtigen Festung Ofen und zugleich Gouverneur von Ofen. Die Tochter des Melchior Leopold heiratete einen Herrn von Sommerau, der von einem, hessischen Landgrafen abstammt. Deren Sohn und Tochter haben Schloß und Herrschaft Wonfurt 1764 an den brandenbur-gisch-kulmbachschen Minister Wilhelm Friedrich v. Seckendorff aus der Linie Aberdar verkauft. Sein Sohn und nächster Herr auf Wonfurt, Albrecht Christoph, wurde preußischer Finanzminister und war außerdem Mitbegründer der Bayer. Staatsbank. Nach seinem Tod ging das Schloß an zwei seiner drei Söhne gemeinschaftlich über, Friedrich Maximilian und Ludwig Carl. Der älteste Sohn, der sein Wonfurter Erbe nicht antrat, war der namhafte Schriftsteller und Journalist Leo Frhr. v. Seckendorff, 1776 zu Wonfurt geboren. Er war als Regierungsassessor bei der Regierung von Sachsen-Weimar in Weimar angestellt und war mit Goethe, Schiller und Wieland gut befreundet. Später gab er in Wien das schöngeistige Literaturblatt "Prometheus" heraus, wobei er eigene schriftstellerische Werke weiterhin verfaßte. Er fiel 1809 als Hauptmann der Wiener Landwehr in den napoleonischen Kriegen. Die späteren Nachkommen seiner zwei Brüder haben im letzten Jahrhundert das Schloß unter sich aufgeteilt und gemeinsam bewohnt. Leider sind sie sich selten einig geworden. Die Folge war letztlich der totale Verlust an land- und forstwirtschaftlichem Vermögen und die zunehmende Unterlassung der Unterhaltung des Schloßgebäudes. Dennoch wurden in diesem Gebäude 1945 nochmals zahlreiche Flüchtlingsfamilien untergebracht.